Thier Galerie Dortmund: energieeffizientes Shopping unter „Dächern aus Licht“

Fachgeschäfte, Gastronomie und Dienstleistungen auf 33.000 Quadratmeter Fläche: Im Herzen der Dortmunder Innenstadt ist auf dem früheren Areal der Thier-Brauerei die neue „Thier-Galerie“ entstanden – eine Shopping-Mall von beeindruckender Größe, die ihre Besucher mit lichtdurchfluteten Ladenstraßen und einem von Eleganz und Hochwertigkeit geprägten Ambiente empfängt. Das architektonische Merkmal des für 300 Millionen Euro errichteten Gebäudes setzt ein großflächiges, dreieckiges Glasdach, das den zentralen Publikumsbereich – ein viergeschossiges „Haus im Haus“ – mit einer verglasten Fläche von 2.300 Quadratmetern überspannt. Diese beeindruckende Stahl- Glas-Konstruktion ist ein gemeinschaftliches Werk der Firmen LAMILUX und Vollack. Aufgrund des hohen Tageslichteinfalls und der variabel und komfortabel anzusteuernden Klappensysteme für die natürlichen Be- und Entlüftung trägt das Zentraldach laut dem Gebäudebetreiber, der ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG, erheblich zur Energieeffizienz und einer von Nachhaltigkeit geprägten Gebäudebewirtschaftung bei. LAMILUX und Vollack kooperierten darüber hinaus auch beim Bau einer gläsernen Rotunde.

Ein Ziel von ECE ist nach eigenem Bekunden, in erheblichem Maße Energie zu sparen und den CO2-Ausstoß zu senken. In der „Thier-Galerie“ habe man dies durch die natürliche Be- und Entlüftung der Ladenstraße und das optimale Ausschöpfen eines hohen Tageslichteinfalls umgesetzt – eingebettet in ein Licht- und Energiekonzept, in dem das Tageslicht und die künstliche Beleuchtung in einer engen dynamischen und wechselseitigen Beziehung stehen.

Gemeinschaftsprojekt von LAMILUX und Vollack

Als Partner für die Realisierung dieses Projektvorhabens fiel die Wahl auf den Tageslichtsystem- und RWA-Produzenten LAMILUX und das Stahlbauunternehmen Vollack. In enger Kooperation haben sie die Glasdächer konstruiert und errichtet. Vollack war für die Ausarbeitung und Umsetzung der Stahlunterkonstruktionen zuständig – 110 Tonnen für das Zentraldach, 13,50 Tonnen für die Rotunde. Auf LAMILUX entfiel der Part der Verglasungen und Klappensysteme, deren Integration in die Unterkonstruktionen sowie die Steuerungstechnologien für den Rauch- und Wärmeabzug und die natürliche Be- und Entlüftung.

Die Verglasung sorgt für die „energetische Balance“

„Dies hat ästhetische und energetische Gründe“, erläutert Diplom-Ingenieur Roland Schübel, der bei LAMILUX dieses Projekt technisch leitete. „Im Zentrum der Mall ist dadurch der Lichteinfall am größten, wodurch sich der optische Bezug im Inneren auf einen lichtdurchfluteten Kern fixiert.“ Wie viel Tageslicht in das Gebäudeinnere gelenkt werde und dadurch Energie für elektrische Beleuchtungssysteme einspare, darüber entscheide vor allem die optimal der Gebäudenutzung angepasste Wahl der Verglasung. „Wichtig ist, dass wir die richtige Balance zwischen den Aspekten Tageslichteinfall, solarer Wärmeeintrag, Sonnenschutz und Wärmedämmung herstellen“, betont Roland Schübel.

Energieeffizienz durch Steuerungstechnik und natürliche Lüftung

Aus weiterem energetisch wertvollen Potenzial im Hinblick auf die Gebäudeklimatisierung lässt sich durch die natürliche Be- und Entlüftung mit 116 pneumatisch angetriebenen Klappensystemen (LAMILUX CI-System Rauchlift M und LAMILUX CI-System Doppelklappe ME) in den Glasdächern schöpfen. Für die Lüftungsfunktion sind sie steuerungstechnisch über Modbus-Kopplung an die zentrale Leittechnik des Gebäudes (GLT) angebunden. Die GLT sammelt die Werte über die Temperatur und die Luftqualität innerhalb des Gebäudes und automatisiert anhand dieser Parameter das Öffnen und Schließen der Klappen. Dies geschieht außerdem über eine Wind- und Regenmesseinrichtung, die sich im Freien auf dem Dach befindet und ihre Messdaten an die steuernde Lüftungszentrale übermittelt.